In einem aktuellen Artikel auf TechCrunch wird dokumentiert wie Benutzerdaten von Last.fm an die RIAA gegangen sind. Die Geschichte nahm ihren Anfang im Februar, als ebenfalls auf TechCrunch ein Beitrag zum ersten Mal Vorwürfe gegen Last.fm erhob.
Die RIAA ist in den USA was die GEMA in Deutschland ist. Ein Feature der Software von Last.fm ist das automatische aktualisieren der zuletzt gehörten Musik bei Lst.fm. Die Software von Last.fm kann dies auch für andere Medienplayer auf dem Computer. D.h. wenn man die lokal auf seinem Computer gespeicherte Musik hört, sendet die Software von Last.fm Informationen wie Titel, Album und Interpret nach Hause. Diese Funktion wird bei Last.fm Scrobbler genannt, und wird beim Download der Software auch beworben. Diese Funktion kann einem aber auch Probleme bereiten.
Es gibt Leute die in Tauschbörsen Musik herunterladen ohne das die Künstlern oder Plattenfirmen dabei verdienen. Wenn jemand nun diese heruntergeladene Musik hört, landet die Information darüber in der Datenbank von Last.fm. Damit kann man aber immer noch nicht sagen ob ein bestimmtes Lied nun legal gekauft wurde oder aus einer illegalen Quelle stammt. Jetzt tauchen in den Tauschbörsen aber auch Lieder und Alben auf die von den Künstlern und Plattenfirmen eigentlich noch nicht veröffentlicht wurden. Wenn Scrobbler nun Titel und Interpret an Last.fm überträgt, bekommt die Information einen zusätzlichen Wert. Sie identifiziert eindeutig eine Raubkopie, da das Lied noch gar nicht legal erworben werden konnte, als es gehört wurde.
Diese Idee muss jemand bei der RIAA auch gehabt haben. Über CBS, denen Last.fm gehört, haben sie sich wohl die Nutzerdaten von Last.fm besorgt. Was genau über CBS von Last.fm an die RIAA übergeben wurde scheint noch nicht bekannt. Ich vermute aber sie haben sich nur für Benutzer interessiert die Titel vor ihrer Veröffentlichung gehört haben.
Der Musikgeschmack der Nutzer von Last.fm ist ein Wert den weder Last.fm noch CBS verschenken. Scrobbler liefert Last.fm auch die Musik die gar nicht über Last.fm gehört wurde. Darüber kann man u.a. personalisierte Werbung schalten, Marktforschung betreiben, …
Es macht also Sinn darüber nachzudenken die Software von Last.fm aubzuschalten, wenn man nicht Musik von Last.fm hört. Unabhängig davon ob man die Musik nun gekauft hat oder nicht.