Category: Politik

Munitonsdepot im Atommüll

Posted by – 28. November 2011

Dieses Wochenende wird wieder ein Castor mit Atommüll in das Zwischenlager in Gorleben gebracht. Dabei gibt es wie immer massive Proteste. Natürlich müssen wir den Atommüll irgendwie und irgendwo lagern, dabei sollten wir aber genau hinsehen. Im Moment lagern wir den Atommüll in diesem Zwischenlager. Wenn man die Tage ein wenig hinter den anderen deutschen Lagerstätten wie der Asse und dem Problemen dort hinterhergoogled, dann bekommt man ein sehr beeindruckendes Bild geboten:

Dieses ehemalige Salzbergwerk droht einzustürzen. Deshalb versucht man den dort eingelagerten Atommüll wieder herauszuholen. Im Moment fließt Wasser in das Bergwerk hinein. Dieses Wasser muss wieder abgepumpt werden, da der Atommüll in einfachen Stahlfässern dort hineingworfen wurde und  solche Fässer einfach durchrosten, wenn sie mit Wasser in Berührung kommen. Eigentlich ist es aber auch kein Wasser mehr, sondern ätzende Salzlauge die dort unten fließt. Diese Salzlauge muss dort heraus, wenn man überhaupt versuchen möchte den Atommüll zu bergen. Zu allem Überfluss ist diese Lauge auch noch radioaktiv und die Entsorgung ungeklärt. 2008 hatte wohl noch irgendein Beamter öffentlich erklären müssen diese Lauge sein nicht radioaktiv, dafür bekam er dann 1000 Euro Busgeld. Aktuell verzögern sich in der Asse die Probebohrungen. Mit diesen Bohrungen möchte man herausfinden was in der Asse eigentlich genau gelagert wird. Anscheinend hatte man über Jahre dort mehr Atommüll eingelagert als in den Akten dokumentiert wurde.

Vor einigen Wochen schon stolperte ich über die Meldung ‘Munitionsdepot unter französischer Atomanlage entdeckt‘. Die Meldung schaffte es auch in die deutschen Medien. Dort hatte man also beim Abtragen leicht kontaminierter Erde mehrere hundert Granaten entdeckt. Leider stellte niemand die Frage warum der Boden im Innenhof einer Atomanlage kontaminiert ist. Eigentlich würde ich auch gerne Fragen wie man vor dem Bau von solchen Anlagen den Untergrund untersucht. Da muss doch jemand geprüft haben ob der Untergrund für ein so großes und schweres Gebäude geeignet ist? Wie sind die Granaten dabei unentdeckt geblieben?

Ich möchte den Beteiligten nicht den Anspruch absprechen dort wirklich ihr Bestes zu geben. Wenn man aber wirklich einen Standort für ein Endlager finden möchte und dieses Endlager dann auch noch von der Bevölkerung akzeptiert werden soll, sollte man die Bevölkerung nicht im Dunkeln lassen sondern offen über die Probleme und Kosten sprechen.

Was mit 10 Millionen Dollar machen?

Posted by – 2. Oktober 2009

httpv://www.youtube.com/watch?v=tlXRp-0kyqQ

Man kann von der Firma halten was man will, die Aktion ist ok. Google drückt Geld ab, für Projekte, die so vielen Menschen wie möglich helfen und dadurch die Welt positiv verändern.

Abstimmen, welche Projekte gefördert werden, kann man noch bis zum 8. Oktober. Weitere Informationen findet man auf der Homepage des Projekts. Dort kann man auch abstimmen.

Wahlgeheimnis 2.0

Posted by – 28. September 2009

Kim fragt sich was aus dem Wahlgeheimnis geworden ist. In jedem Blog, auf Facebook oder via twitter haben die Wähler ihre Wahlabsichten kundgetan. Eine moderne Unsitte ist das Fotografieren von Simmzetteln in der Kabine. Im Moment noch nicht ausgefüllte Stimmzettel.

Ich finde das ist eher ein Zeichen dafür wie frei sich die Leute fühlen. Hat sichgerade vor der Wahl eine breite Front gegen die Vorratsdatenspeicherung und für mehr Datenschutz gebildet. Wie sich dies mit dem vorauseilendem Gehorsam verträgt seine Wahlentscheidung öffentlich zu machen, verstehe ich auch nicht. Halte es im Moment aber für in Ordnung. Wir haben ein Recht auf eine geheime Wahl, keine Pflicht.

Wenn jeder nach der Wahl erzählt er habe auch für die neue Regierung gestimmt, und es normal wird seinen ausgefüllten Stimmzettel zu fotografieren, dann haben wir ein Problem.

Meine Erfahrung als Wahlhelfer ist: Es bringt mehr den Leuten zu sagen sie sollen den Zettel mehrfach falten, damit er besser in die Urne passt, als etwas über Wahlgeheimnis zu sagen.

Bundestagswahl 2009

Posted by – 28. September 2009

Gestern war Bundestagswahl, und ich war Wahlhelfer in Saarbrücken. Wahlhelfer wird man ganz einfach. Ich hab einfach eine E-Mail an das Wahlamt geschickt. Später bekommt man dann Post, wann und wo man eingesetzt wird.

Im Wahllokal gibt man dann Stimmzettel aus und passt auf die Urne auf. Passiert ist nicht viel. Eine Frau hat ihren Geldbeutel in der Wahlkabine vergessen. Nett war die Mutter, die ihr Kind auf dem Schoß hatte, als sie gewählt hat. “Nein! Du darfst auf dem Stimmzettel nicht malen, sonst wird er ungültig.” Meist hat man aber nichts zu tun. Dann kann man bei Twitter die Updates zum Thema Bundestagswahl verfolgen, oder aus dem Fenster schauen und sich über das schöne Wetter freuen.

Vor der Bundestagswahl, gab es bereits die Sorge Exit-Polls könnten öffentlich werden. Dann sind ca 2 Stunden vor dem Schließen der Wahllokale tweets aufgetaucht, die das Wahlergebnis schon vorweg nahmen:

@zdf #exitpoll #btw09 #CDU/CSU: 32.4, #SPD: 26.2, #FDP: 13.9, #LINKE: 11.2, #GRUENE: 10.0

http://twitter.com/ronjafischer_5/statuses/4418355218

Spät am Abend, gegen 23:15h kam dann noch ein Erklärung:

Die Erklärung zur Exit-Poll Fälschung http://bit.ly/oFMDk #btw09 #btw

http://twitter.com/ronjafischer_5/status/4426215584

Ein Gruppe, die sich discordische mediengruppe 09 nennt, hat bewusst frei erfundene Wahlergebnisse publiziert. Ziel der Aktion war es wohl, sich und anderen Exit-Polls zu widersprechen, und eine Diskussion über den Wert von Exit-Polls anzuregen. Den Link zu ihrer Erklärung findet sich im zitierten Tweet.

Die Wahlleitung in Bremen hat so etwas ähnliches gemacht. Dort wurden fiktive Test-Wahlergebnisse veröffentlicht. Vermutlich um die Technik zu testen. Warum man dafür keine Test-Technik benutzt weiß ich aber auch nicht.

Gewonnen haben die Wahl übrigens die CDU und FDP, bei der niedrigsten Wahlbeteiligung seit es die Bundesrepublik Deutschland gibt: 72,2 Prozent.

Ob ich mich noch einmal freiwillig als Wahlhelfer melde? Ich glaube eher nicht.

Die Frau hat ihren Geldbeutel übrigens wieder abgeholt.

[Update 28. Sep. 16:47 Bildblog für alle beschäftigt sich auch mit dem Phänomen]

Wie funktioniert die Bundestagswahl?

Posted by – 20. September 2009

Schon vor ein paar Tagen hat netzpolitik auf die Videos der Bundeszentrale für politische Bildung hingewiesen. In drei kurzen Filmen bekommt man Überhangmandat, Erst- und Zweitstimme und die 5% Hürde erklärt.

Da ich am 27. September wieder Wahlhelfer bin, und in Gesprächen immer wieder auf viel Unwissenheit zum Thema Wahlrecht treffe, gibt es hier die Filme noch mal:

httpv://www.youtube.com/watch?v=zul3wHw6Ve4

httpv://www.youtube.com/watch?v=T36o62wGMNs

httpv://www.youtube.com/watch?v=jcE6OoUNHXU

Die  Bundeszentrale für politische Bildung lizenziert die Filme übrigens unter der Creative Commons-Lizenz by-nc-nd/3.0/de. Ds heißt man darf die Filme vervielfältigen, verbreiten und öffentlich zugänglich machen. Solange man den Autor nennt, die Filme nicht verändert und kein Geld damit verdienen möchte.

Fahrradkorso durch Saarbrücken

Posted by – 19. September 2009

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Saar hat, im Rahmen der Abschlussveranstaltung von Mit dem Rad zur Arbeit, am 17. September einen Fahrradkorso durch Saarbrücken (Der Google Cache hat es noch) veranstaltet. Damit hat der ADFC auf die Bedeutung des Fahrrads, als Verkehrsmittel im Alltag, hingewiesen. Gleichzeitig wurde die Forderung nach mehr und besseren Radwegen im Saarland gestellt.image_133

Ich habe zwar nicht an Mit dem Rad zur Arbeit teilgenommen, fahre aber gerne mit dem Fahrrad. Die Problematik unfallfrei zum Ziel zu kommen betrifft mich also auch. Ich teile nicht die Forderung nach mehr Radwegen, habe den Korso aber mit meiner Teilnahme unterstützt. Das Thema Sicherheit für Radfahrer ist mir dafür wichtig genug.

Radwege oder eine eigene Spur für Radfahrer sind fast immer ein Ärgernis. Meist wird der Radweg als Parkstreifen für PKWs verwendet. Radfahrer müssen dann auf der Straße fahren. Bei der Straßenreinigung wird vor allem die Fahrbahn für die Autos gereinig. Der Staßenrand, mit Radweg, nicht. Am Rand oder neben der Straße wird man von den Autofahrern meist gar nicht oder erst später wahrgenommen. Auf der Straße fährt man in ihrem Blick- und Aufmerksamkeitsbereich. Weitere Probleme mit Radwegen stehen in der Wikipedia.

Grober Yrrsinn, #2

Posted by – 7. August 2009

Jeden Tag, wenn ich in unseren Arbeitsraum an der Uni komme, schließe ich mein Notebook an die Steckdose an. Beim Betrieb an der Steckdose, wird der Akku im Notebook geladen. Da ich normalerweise länger, als die 3 Stunden die mein Notebookakku im Normalbetrieb hält, an der Uni bin, bleibt mir gar nichts anderes übrig. Meistens lade ich dann auch mein Handy über den USB Anschluss auf. Jetzt bin ich noch Student, und die Uni stellt den Strom für die Arbeit zur Verfügung. Der Betrieb des Notebooks ist damit auf jeden Fall in Ordnung. Da man sich im Studium mit anderen Studierenden koordinieren muss, fällt das Kommunikationsmedium Mobiltelefon auch irgendwie in den Bereich ‘studienrelevant’. Abgesehen davon bezahle ich für mein Studium Gebühren, da sollte der Strom inklusive sein…

Wie sieht es jetzt aber mit Mitarbeitern an der Uni aus? Die handhaben dies genauso. Dabei gibt es in jedem Büro ein Telefon und der Arbeitgeber stellt überall PCs zur Verfügung. Mir ist aber noch nie zu Ohren gekommen, dass so eine Nutzung des Stromnetzes Stein des Anstoßes war.

In der Wirtschaft ist aber bekanntlich alles anders. Jetzt wurde ein langjähriger Mitarbeiter fristlos entlassen, weil er sein Handy in der Firma aufgeladen hat. Der Schaden beläuft sich auf 0,014 Cent. Der Mitarbeiter hat damit, nach Ansicht des Arbeitgebers, den Tatbestand des Stromdiebstahls erfüllt. Damit sei das Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht mehr erfüllt und der Mitarbeiter fristlos zu entlassen.

Diebstahl ist natürlich nicht zu tolerieren, sollte dies einer gewesen sein. In der Firma werden sicher privat Radiogeräte betrieben und auch von anderen Mitarbeitern Handys aufgeladen. Hier stellt sich doch eher die Frage der Verhältnismäßigkeit. Der Schaden ist lächerlich klein. Die negative mediale Aufmerksamkeit für den Arbeitgeber aber gewaltig. Wohl auch aufgrund dieser Aufmerksamkeit (Beitrag im WDR , Der Westen) hat der Arbeitgeber seine fristlose Entlassung wieder zurückgenommen (inside-handy , Der Westen).

Die Geschichte wird dem Arbeitgeber wohl noch eine ganze Zeit lang verfolgen, wenn ich mir diese Suchergebnisse so ansehe.

Hiroshima

Posted by – 6. August 2009

Heute jährt sich der erste Einsatz einer Atombombe gegen Menschen. Wer sich ein mal ein Bild davon machen möchte, wie groß die Vernichtungskraft einer solchen Waffe ist, kann sich mit dem Google Maps Mashup Ground Zero II einen Eindruck davon verschaffen wie viel vom eigenen Wohnort übrig bleibt, wenn man von einer Atombombe getroffen wird:

A-Bombe-Saarbrücken

Zum Thema Atomwaffen und ihre Verbreitung in der Welt gibt es eine sehenswerte Dokumentation vom ZDF: Die Bombe. Neben den Schauplätzen die wir aktuell kennen, wie z.B. Iran oder Nordkorea, gibt es wohl auch in Japan Stimmen die sagen “Wir brauchen die Bombe um uns zu verteidigen, gerade weil sich Hiroshima nicht wiederholen darf”.

Starke Familie – Wohnen für Hilfe

Posted by – 12. Juli 2009

Isotopp schreibt über unsere Familienministerin, die sich gerade von einer Studie der Robert-Bosch Stiftung distanziert.

Laut Spiegel Online gehen der Ministerin die Vorschläge wohl zu weit.

Die Experten empfehlen die umfassenden staatlichen Sicherungssysteme teilweise durch mehr bürgerschaftliches und privates Engagement zu entlasten. Weiter plädieren die Gutachter für mehr Rechte alternativer Lebensformen. Die Kommission schlägt etwa vor, die sogenannte Schwulenehe auch auf andere Partnerschaftsmodelle auszudehnen. Dieser Rechtsrahmen könne beispielsweise für “zusammenlebende Alte sinnvoll sein, die bereit sind, einander zu pflegen”, heißt es in der Studie.

Hier bei uns im Saarland ist die CDU wohl pragmatischer. Hier gibt es ein Projekt Studierenden eine günstige Möglichkeit zum Wohnen zu verschaffen. Die Studierenden sollen für eine unentgeltliche Unterbringung im Haushalt helfen:

Die Idee des Projekts ist simpel: Ein Student wohnt mietfrei im Haus eines Seniors. Ist zum Beispiel das Zimmer 15 Quadratmeter groß, so muss er pro Monat 15 Hilfsstunden für den älteren Vermieter ableisten. Das generationenverbindende Projekt „Wohnen für Hilfe“ wurde jetzt gestartet und richtet sich an Studenten der Uniklinik in Homburg und der Uni in Saarbrücken. Vorgestellt hat das Wohnprojekt der saarländische Gesundheitsminister Gerhard Vigener gestern an der Uni in Saarbrücken zusammen mit den Partnern Studentenwerk im Saarland und dem Landesseniorenbeirat des Saarlandes.

Wenn Prüfungen anstehen, können die zu leistenden Stunden wohl aufgehoben oder aufgeschoben werden. Anmelden kann man sich auf der Homepage des Projekts www.wohnen-hilfe.de oder unter der Rufnummer (0681)3 02 31 32.

Mit Twitter die Bundestagswahl manipulieren

Posted by – 28. Juni 2009

Natürlich kann man mit Twitter die Bundestagswahl nicht manipulieren, aber die drei Schlüsselwörter Twitter, Bundestagswahl und manipulieren sollten für Aufmerksamkeit sorgen. Wie diese Dinge jetzt zusammenhängen? Ganz einfach: eigentlich gar nicht, aber im Sommerloch zwischen zwei Wahlkämpfen kann man ja mal. Ein Problem gib es aber tatsächlich, dazu aber gleich mehr.

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