Ein Rückblick auf das erste Jahr im Arbeitsleben

Posted by – 29. Dezember 2011

Dieses Jahr habe ich einen neuen Lebensabschnitt angebrochen. Der Arbeit wegen, bin ich aus dem Saarland nach Paderborn gezogen. Nach dem Studium wollte ich etwas neues sehen und habe mich vor allem außerhalb des Saarlandes beworben. Als Informatiker war es auch nicht schwer etwas zu finden. Die Probleme fingen erst nach dem Umzug an.

Ich hatte Ende Januar mein Vorstellungsgespräch in Paderborn. Wenige Tage später hatte ich einen Arbeitsvertrag und Mitte Februar ging es los. Die ersten vier Wochen habe ich mich in einem Gästezimmer in Paderborn einquartiert. In diesen ersten Wochen habe ich eine Wohnung in Paderborn gesucht. Das Kriterium einer zentralen Lage, so dass ich innerhalb von Paderborn alles mit dem Rad erledigen kann, konnte ich erfüllen, das Kriterium mit der Größe nicht. Ich hatte eigentlich eine 2-Zimmer-Küche-Bad Wohnung mit etwa 60 m² gesucht. Gefunden habe ich allerdings nur 3-Zimmer-Küche-Bad Wohnungen mit etwa 80 m². Anscheinend mieten die Studierenden in Paderborn den Markt für kleine Wohnungen leer. Die 80 m² Wohnung war aber günstig genug, bis hierhin keine Probleme.

Für die Versorgungsverträge meiner Wohnung habe ich dann erst mal meine alte Bankverbindung aus dem Saarland angegeben und erst später auf meine neue Bankverbindung umgestellt. Im Nachhinein hat sich dies als unglaublicher Glücksfall herausgestellt.

Seit 2008 bin ich Kunde der Commerzbank. Ich bin einer der Kunden der Commerzbank, die zusammen mit der Dresdner Bank über die Allianz zu Commerzbank kamen. Da ich mit meinem Studium mehr als genug zu tun hatte, habe ich dem seinerzeit keine weitere Beachtung geschenkt. Damals war mir recht egal bei welcher Bank ich nun Kunde bin. Da ab und zu etwas im Depot umgeschichtet werden muss, wollte ich allerdings meine kontoführende Filiale in der Nähe haben. Anfang April habe ich nun die Commerzbank Filiale in Paderborn beauftragt meine Konten und Depots von der Filiale in St Ingbert einzuziehen.

Ab diesem Zeitpunkt fingen die Probleme an.

Die ersten Monate wunderte ich mich nicht, dass mein altes Girokonto im Saarland noch nicht geschlossen war. Eigentlich ist es ganz praktisch, wenn man doch eine Einzugsermächtigung vergießt umzustellen. Nur dass das Depot nicht umgezogen wurde machte mich stutzig. Als ich Nachfragte, wurde ich um etwas Geduld gebeten. Die Bank hätte mit der Umstellung der IT Probleme. Die Commerzbank hat wohl just im April und Mai diesen Jahres die IT der Dresdner Bank aufgelöst und die Daten in die Commerzbank IT überführt. Da mein Umzug dabei wohl verloren gegangen war, habe ich über die Filiale in Paderborn Anfang September einen neuen Antrag auf Umstellung der Konten und Depots gestellt.

Zwischenzeitlich hatte ich über meinen Arbeitgeber eine Kreditkarte beantragt. Als Applikationsingenieur muss man von Zeit zu Zeit auch mal zum Kunden fahren. Um die Kosten für die Zahlungen mit Kreditkarten dabei zu minimieren, hat mein Arbeitgeber einen Rahmenvertrag mit einem Kreditkartenanbieter. Über diesen Rahmenvertrag habe ich also Ende August versucht eine Kreditkarte zu bekommen. Versucht bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der Antrag abgelehnt wurde.

Während meines Studiums habe ich immer darauf geachtet, dass meine Handy-Rechnung immer pünktlich eingezogen werden konnte. Auch habe ich für Verträge wie z,B. dass Handy immer die Eltern-Anschrift verwendet, damit auch bei einem Umzug immer alle Post ankommt. Natürlich war ich bei meinem Eltern dafür mit Zweitwohnsitz gemeldet. Um es kurz zu machen, ich konnte mir gar nicht erklären wie ich überhaupt in den Verdacht eines Bonitätsproblems kommen könnte. Es musste also eine Irrtum vorliegen. Bei Ausständen würde ich ja auch irgendwie Mahnungen bekommen.

Nachdem einige Schreiben Hin- und Her-gegangen waren, und ich nicht schlauer geworden war, entschied ich mich von der Schufa eine Selbstauskunft einzuholen. Diese lieferte mir einen ersten Hinweis. Von meinen Girokonten – ich hatte ja immer noch mein altes im Saarland und mein neues in Paderborn – war der Schufa nur mein neues in Paderborn bekannt. Zusätzlich war ich für die Schufa wohl Anfang April aus dem Nichts aufgetaucht, d.h. genau zu dem Zeitp25% verstaatlichten Commerzbank AGunkt als ich die Commerzbank beauftragt hatte mein Konto zur Filiale Paderborn umzuziehen.

Ich habe der Schufa natürlich direkt mitgeteilt, dass ich ihr bereits unter meiner alten Anschrift und Bankverbindung bekannt sei. Die Schufa hat meine Angaben auch soweit bestätigt, nur existierte das alte Konto im Saarland ja weiterhin. Dies führte wohl zu weiteren Problemen. Der Kreditkartenanbieter mit dem mein Arbeitgeber einen Rahmenvertrag hat lehnte weiterhin meinen Antrag ab.

Zwischenzeitlich hatten wir November. Die Monate vergehen wie im Flug, wenn man immer ein oder zwei Wochen auf die Beantwortung von Schreiben warten muss. Da sich bei der Commerzbank immer noch nichts mit dem Umzug meiner Kontos und Depots getan hatte, fasste ich den Entschluss bei einer anderen Bank ein Konto zu eröffnen und meine Guthaben einziehen zu lassen. Das Kapital ist bekanntlich ein scheues Reh, und ich war von der Commerzbank zutiefst verschreckt.

Ende November hatte ich also einen Termin bei einer eingetragenen Genossenschaftsbank. Ich hatte von der zu 25% verstaatlichten Commerzbank AG die Nase voll. Leider konnte ich Ende November dort kein Konto eröffnen. Die Bonitätsauskunft der Schufa war so schlecht, dass es dem Mitarbeiter der Bank nicht möglich war ein Konto für mich zu eröffnen. Er prüfte dann fast zwei Stunden lang meine Unterlagen. Neben den Lohnabrechnungen beginnend mit Februar, hatte ich ja auch die Kontoauszüge von gleich zwei Girokonten dabei. Besonders war der Mitarbeiter der Bank beeindruckt von meiner nur wenige Wochen alten Selbstauskunft. Diese aktualisierte Auskunft hatte mir die Schufa wenige Wochen zuvor zukommen lassen, nachdem ich sie über die Probleme bei der Commerzbank informiert hatte. Den Daten der Selbstauskunft nach hätte es keinerlei Probleme machen dürfen mir ein Konto zu eröffnen. Er hat sich dann noch Teile meiner Unterlagen kopiert, um sie an höherer Stelle vorzulegen. Anscheinend lege in meinem Fall ein Fehler vor.

Reichlich betreten, habe ich Anfang Dezember meinen Arbeitgeber ganz offiziell über die Probleme in Kenntnis gesetzt. Zum Selbstschutz hatte ich vorher bereits von meinen Problemen berichtet. Da sich so eine Geschichte nicht geheim halten läßt, hatte ich mich früh für den Schritt in die Öffentlichkeit entschieden um die Deutungshoheit zu behalten. Jetzt kam aber Hilfe aus einer ganz anderen Richtung.

Zwischenzeitlich war die Angelegenheit auch zu meinem Vater im Saarland durchgedrungen. Mein Vater ist wie ich als ehmaliger Kunde der Dresdner Bank von der Commerzbank mit aufgekauft worden. Er ist Jurist. Er hat wohl vormittags mit einem leitenden Mitarbeiter der Commerzbank im Saarland telefoniert und ihm seine Wahrnehmung und Einschätzung des Sachverhaltes dargelegt. Dieser leitende Mitarbeiter im Saarland hat dann wohl mit meinem Kundenbetreuer in der Filiale in Nordrhein-Westfalen telefoniert.

Um die Mittagszeit des gleichen Tages rief mich mein Kundenbetreuer von der Commerzbank-Filiale in Paderborn an. Er hätte davon gehört dass ich Probleme hätte eine Kreditkarte zu bekommen. Er hätte das gerade geprüft, von der Commerzbank könne ich sofort und ohne Probleme eine Karte bekommen. Wir haben dann für den nächsten Tag einen Termin vereinbart, wobei er mir von sich aus angeboten hatte den Termin auch noch später, nach Ende der Öffnungszeiten der Filiale zu legen, falls ich früher keine Zeit hätte.

Am frühen Abend des nächsten Tages habe ich dann einen Kreditkartenvertrag bei der Commerzbank unterschrieben. Eigentlich wollte ich zu diesem Zeitpunkt schon gar kein Kunde dieser Bank sein. Da ich aber Opfer einer recht eigentümlichen Form der Kundenbindung geworden war und eine Kreditkarte brauche, habe ich dann doch unterschrieben.

Ich hatte dann noch ein längeres Gespräch mit meinem Kundenbetreuer. Zwischenzeitlich hatte ich von meinen Eltern die Abschlussrechnung für mein altes Konto im Saarland erhalten. Die Commerzbank hatte diese nicht an meine neue Anschrift in NRW sondern an meine alte im Saarland versandt. Zum Glück war diese alte Anschrift meine Eltern-Anschrift. Ein Nachtsendeantrag wäre nach über sechs Monaten vermutlich ins Leere gelaufen. Die Commerzbank hat Anfang und Ende November mein Depot und mein altes Konto in St Ingbert geschlossen und nach Paderborn übertragen.

Die Schließung meines alten Kontos erfolgte just ein paar Tage vor meinem Termin in der Genossenschaftsbank. Allerdings konnte mir weder mein Kundenbetreuer bei der Commerzbank, noch die Selbstauskünfte die man unter meineSchufa.de einholen kann, erklären ob und wenn nicht was dann dort vorgefallen ist.

Im Moment liegen sowohl dem Qualitäts-Management der Commerzbank als auch bei Kundenbetreuung der Schufa Auskunftsersuchen vor in denen ich eine rechtsverbindliche Erklärung der Vorkommnisse fordere. Dabei bekommt man die Durchwahl des Qualitäts-Management der Commerzbank übrigens, wenn man wiederholt seinen Kundenbetreuer nicht erreichen kaann und im Call-Center deutlich von der BaFin spricht. Die Mitarbeiterin bittet einen dann erst dort anzurufen. Die Kosten für doppelte Kontoführung werde ich der Commerzbank wohl erlassen. Ich wurde gebeten die monatlichen Kontoführungsgebühren und die Zinsen dafür doch bitte separat auszuweisen. Für einen Betrag von etwa 70 Euro werde ich aber nicht einen solchen Aufwand betreiben. Die Bank ist notleidend, wie ich der Presse entnehmen kann. Vor dem Hintergrund sind die paar Kröten mein kleines Notopfer für die Commerzbank.

Zwischenzeitlich habe ich die Kreditkarte von der Commerzbank bekommen. Das Limit ist mit einem mehrfachen meines Monatslohns, wohl im Rahmen des normalen. Für 2012 habe ich geplant zu einen anderen Mobilfunkanbieter zu wechseln und im Verlauf des Jahres zu einer anderen Bank. Ich werde sehen wie weit ich dabei komme.

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